CD - Michael Ehnert : Mein Leben

Epische Stand-Up-Comedy

Inhalt:

1. Politkabarett 3:10
2. Standpunktverlust 2:55
3. Im Speisewagen 2:54
4. Irgendwo zwischen Taliban und Kommune 1 3:45
5. Bandscheibenvorfall 4:00
6. Geburtstrauma und Hodensackrasur 5:27
7. Meine Schamanin, Helmut Kohl und ich mit sechs 3:23
8. Goebbels, Brando und ich 3:43
9. Zirkus in der Bronx 4:43
10. High Noon in der U-Bahn 6:01
11. Rocky 2:18
12. T5 – Untauglich 3:51
13. Aufnahmeprüfung 3:45
14. "DDR 2 – Die Rückkehr" 2:24
15. Hafenstrasse bleibt 3:35
16. Ich kann die Wehen spüren 3:08
17. Alptraum Alphateam 4:44
18. Vom feigen Löwen zum Karate-Zwerg 4:04
19. Meine Begegnung mit Gott 3:31
20. Ich liebe Dich 3:53
21. Was ist eigentlich mit der Katze? 2:55

Gesamtspielzeit: 78:20

live im Kom(m)ödchen, Düsseldorf am 19.02.2005
© con anima 2005

Über das Programm:

Okay, Sie fragen sich jetzt: Wie komme ich als Mittdreißiger dazu, meine Autobiographie auf die Bühne zu bringen? Das macht man doch heutzutage eigentlich schon mit neunzehn, oder? Aber glauben sie mir: Ich hab’s vorher einfach nicht geschafft. Aus Zeitgründen.
Schließlich war ich Zirkusdirektor und Generalintendant eines Stadttheaters. Ich war der Anführer einer revolutionären Unter-grundbewegung und nebenbei ein weltbekannter Actionfilm-Held. Ich war das Idol einer gewaltfreien Massenbewegung und ich war der mit Abstand gefürchtetste Mafia-Pate des Landes.
Also... beinahe zumindest. Denn richtig geklappt, hat genau genommen gar nichts von all dem, weil ich aus irgendeinem Grund dazu neige, auf den letzten Metern immer doch noch volle Kanne auf die Fresse zu fliegen.
Doch das wirklich Beängstigende ist, dass dieses Durchs-Leben-Stolpern immer schlimmer wird: Früher lebte ich mit den absolut unumstößlichen Standpunkten eines jungen Wilden und heute wurstel ich mich mit einem Kategorischen Konjunktiv durch eine klägliche Spießer-Existenz.
Warum ist das so? Ist das ein Naturgesetz? Oder stehe ich mir einfach nur selbst im Weg?
Oder ist mein Leben im Fegefeuer der Unklarheiten gar nicht die „Chronik eines Scheiterns“, sondern in Wirklichkeit Teil eines ausgeklügelten göttlichen Plans?
Erfahren Sie die Wahrheit über MEIN LEBEN und die Tage dazwischen. Mir können Sie glauben, schließlich bin ich von Anfang an dabei gewesen.


Pressestimmen:

„Michael Ehnert stürmt den Olymp der Kleinkunst
Bereits im zarten Alter von sechs Jahren entdeckte Michael Ehnert die abenteuerliche Welt des Films für sich. Die geheimnisvoll-gefährlichen Posen Marlon Brandos in ,Der Pate' und Gary Coopers obercoole Sheriff-Nummer in ,High Noon'. In einer von Bildern beherrschten Realität, in der man sich zwar an Millionen von Werbe- und Politikerfloskeln erinnert, aber bedauerlicherweise nicht an das erste Mädchen, das man geküßt hat, reicht das, um durchs Leben zu kommen, dachte er sich.
In den folgenden 31 Jahren bekam der selbsternannte Superheld für derlei Haltungen immer wieder gewaltig eins auf die Fresse. Nun, mit 37, leidet er auch noch an Standpunktlosigkeit.
Selten hat ein Künstler den Weg zu sich selbst, den langen Abschied von kindlich-jugendlichen Wünschen, Hoffnungen, Illusionen und das langsame, zuweilen schmerzhafte Aufschlagen in der Wirklichkeit dergestalt tiefgründig und witzig auf den Punkt gebracht wie dieser Mann. Michael Ehnerts episches Stand-up-Comedy-Solo ,Mein Leben' ist schlichtweg phänomenal. Schauspielerisch brillant begeisterte der smarte Hamburger nun in der Regie von Martin Blau von der ersten bis zur letzten Sekunde. Ob als lebender Comic-Strip, tragikomisch gestrauchelter Loser kurz vor dem vermeintlichen Hauptgewinn oder auch als plaudernder Alltagsphilosoph.
Ehnert gelingt im Verlauf seines staunenswerten Programms unter anderem ein hochintelligenter Exkurs über das Erwachsenwerden. Er beschert seinem dankbaren Publikum ein wahres Wechselbad aus Gefühlen und messerscharfen Pointen. Mit seiner meisterhaften Autobiographie spielt sich der ohnehin schon preisgekrönte Kabarettist endgültig in den Olymp der Kleinkunst. Der nachgerade euphorische Applaus im Glashaus gerät tobend - und will schier nicht enden. Michael Ehnert hat ihn sich völlig verdient.“
(Ulrike Borowczyk, Berliner Morgenpost, 14. Januar 2005)


„Großes Kino ohne Leinwand
Ehnert liebt die Verwandlung. Er begegnet sich selbst als Kind, alkoholkranken Schlafwagenschaffnern und wird immer wieder eine Person mit seinen ganz persönlichen FilmheldenNULL Brando, Gary Cooper, Sylvester Stallone. Brillant mimt er seine VorbilderNULL Kino ohne Leinwand. Subtil und feinsinnig webt er ein Netz aus Satire, Kabarett und Kammerspiel. Und die Geschichten aus seinem Leben? Sie sind unsere, sind Paradebeispiele für eine verkorkste Gesellschaft ohne Courage. Das programm ist nicht laut, nicht schrill und nichts für notorische Dauerlächler. Am Ende, als alle Bilderwelten einstürzen, wird es leise, poetisch. Ehnert hat sich endlich selbst gefunden und die Erkenntnis gewonnen, dass es 'keine Achse des Bösen gibt, keine Bösewichter aus Kalkül, sondern nur Spacken aus Angst'. Dann muss Ehnert weinen. Über sich, über die Welt. Klingt kitschig, ist es aber nicht. Geht nur unter die Haut.“
(Nicole Graner, Süddeutsche Zeitung, 27. Januar 2005)


„Grandios! - MEIN LEBEN heißt die Rückschau auf 36 Jahre Michael Ehnert, der Ex-Hälfte des Kabarett-Duos ,Bader-Ehnert-Kommando'. Die leere Bühne der Kammerspiele verspricht zu Beginn jedoch nicht viel. Genau diese Erwartung wird enttäuscht. Der Abend ist - sensationell. Darin schien sich das Publikum jedenfalls einig zu sein, denn wann erlebt man schon einhellige Standing Ovations nach einer Kleinkunst-Premiere?
Ehnert plaudert, philosophiert und parodiert, schmeißt Comedy, Kabarett, Schauspiel und Film zusammen, trifft sich selbst als Sechsjähriger und schafft auf der Suche nach dem eigenen, in drei Jahrzehnten verloren gegangenen Standpunkt irgendwas zwischen Samstag-Abend-Show und Satire.
Ehnerts Alleinunterhaltertum hat die Sentimentalität eines Peter Alexander und die Qualität eines Harald Schmidt in Bestform, schauspielerisch allerdings um einiges besser. Die Marlon-Brando-Zitate aus ,Der Pate', gewürzt mit stimmlichen Anleihen bei Bernhard Minetti und Inge Meysel, sind wunderbare Kabinettstücke und nur einer von rund einem Dutzend roter Fäden die sich in diesen kurzweiligen Monolog ohne jegliche Längen einreihen. Unbedingt hingehen!“
(Mirko Bott, Hamburger Morgenpost vom 27.09.2004)


„Nadelstreifenanzug wie in Mafia-Filmen. Steht ihm gut. Vor allem, wenn er sich Marlon Brando als Paten zum Vorbild nimmt und bedrohlich ins Publikum nuschelt. ,MEIN LEBEN' heißt sein Programm, das vom Geburtstrauma bis zur Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule die witzigsten Katastrophen verzeichnet. Immer wieder kriegte er was in die Fresse gehauen. Dennoch ist aus Ehnert ein grandioser Schauspieler geworden, der bös die Augen rollen lässt und zugleich philosophisch ernst wird. Ehnert ist ein Star im spöttischen Nachstellen von Star- und Statistenrollen. Hinreißend komisch gut.“
(Werner Schwerter, Rheinische Post, Düsseldorf, 17.02.2005)


„ ,MEIN LEBEN' ist brüllend komische Realsatire auf den angepassten Angsthasen in uns allen. Und weil Ehnert mit unseren Schwächen gnadenlos, aber durchaus liebevoll ins Gericht geht, kann er es sich auch leisten, zum Ende seines Stückes ruhige Töne anzuschlagen. Da wird für zehn Minuten mal nicht gelacht - dafür aber umso heftiger applaudiert.“
(Sven Gantzkow, Westdeutsche Zeitung, Düsseldorf, 17.02.2005)